Patria

Dieses Buch von Fernando Aramburu solltet Ihr lesen, wenn

  • Ihr einen großen Roman über Schuld und Vergebung sucht.
  • Ihr Beeindruckendes zur spanischen Geschichte erfahren möchtet.
  • Ihr sowieso alle Verabredungen der nächsten Tage absagen wolltet.

www.rowohlt.de/patria

Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft

von Volker Weidermann

gelesen
„Wieder einmal sitzen alle im Fleure, die Gesellschaft der Stürzenden, die in diesem Sommer noch einmal versucht, sich als eine Art Urlaubsgesellschaft zu fühlen. Noch einmal versucht, Sorglosigkeit zu simulieren. Was ist es letztlich anderes als eine große, lange Urlaubsreise, auf der sie sich seit Jahren befinden? Fern der Heimat, mit Freunden unterwegs, in Paris, Nizza, Sanary-sur-Mer, Amsterdam, Marseille, Ostende. Und irgendwann eben wieder zurück. Nur wann? Die Frage wird, je drängender sie ist, umso weniger gestellt. Mit jedem weiteren Tag, den dieser Urlaub andauert, wird eine Rückkehr unwahrscheinlicher. Alle wissen es. Aber man spricht nicht darüber. Es herrscht die Pflicht zum Optimismus. Den Strick hat man im Koffer, darüber wird nicht geredet.“

verstanden
Heimat verlieren, Heimat suchen und irgendwann vielleicht damit leben, dass man keine mehr finden wird

eingeschätzt
ein kleines Glanzstück

 

Das Zimmer

von Andreas Maier

gelesen
„Mein Onkel lebte nicht gesund, das kann man nicht sagen, allerdings war es damals auch noch nicht so in Mode, gesund zu leben, man durfte sich die eigene Todesart fast noch aussuchen, und es war meistens die eigene Lebensart. … Mein Onkel rauchte zu seinen besten Zeiten drei Päckchen am Tag, wie viele damals. Erst der Filter hatte das massenhafte Zigarettenrauchen möglich gemacht. Er machte alles so leicht. Zum täglichen Lebensbild Deutschlands gehörte dazu, daß das Land dampfte. Und bis heute glaube ich, daß jede dieser Filterzigaretten eine Depression aufhob. Deshalb das Gefühl des Schwebens, das sich einstellt beim Zug an der Filterzigarette.“

verstanden
Ein Stück Provinz in Deutschland im Jahr 1969, einen Außenseiter und warum Ortsumgehungen für den einen verhasst und für den anderen eine Offenbarung sind.

eingeschätzt
Andreas Maier ist ein sehr lesenswerter Heimataktivist – und bleibt es auch über die Romane Das Haus, Die Straße, Der Ort.