Makarionissi oder Die Insel der Seligen

von Vea Kaiser

gelesen
„In Variatsi, einem kleinen Bergdorf nahe der albanisch-griechischen Grenze, gab es das Sprichwort, dass die dunkelste Stunde immer jene vor Sonnenaufgang sei. Als Maria Kouzis jedoch im Frühling neunzehnhundertsechsundfünfzig aufschreckte und sich an der Wand ihrer Schlafkammer abstützte, auf dass die jahrhundertalten Steine ihr wild pochendes Herz etwas beruhigten, war sie sicher, noch nie eine solch finstere Nacht erlebt zu haben, obwohl es erst kurz nach Mitternacht war. Maria Kouzis fragte sich: War sie in ihren Gedanken verloren gegangen, hatte sie sich in Wachträumen verirrt oder war sie einfach eingenickt? Die alte Frau traute dem Schlaf nicht, denn wer zu tief schläft, verpasst, was um ihn herum geschieht. In jedem Falle war sie jedoch überzeugt, soeben ein Zeichen erhalten zu haben. Denn Zeichen in all ihren Gestalten hatte Maria Kouzis im Laufe ihres Lebens zu trauen gelernt.“

verstanden
Die Griechen: vorgestern, gestern und heute, in Griechenland, Deutschland, USA und in Österreich

eingeschätzt
ein hinreißender und komischer Familienroman