Für immer ist ganz schön lange

von Lynne Sharon Schwartz

gelesen
„Zu Hause bestand kein Grund, über Trennung, Scheidung oder eine Auflösung der Familie zu sprechen. Sie waren getrennt genug. Wenn sich ihre Arbeitszeiten überschnitten, hinterließen sie einander eine Nachricht, informativ wie Notizen von Geschäftspartnern, oft witzig und stilisiert, an manchen Tagen sogar liebevoll. Als sie eines Abends spät nach Hause kam und ihn friedlich schlafend auf seiner Seite des Bettes antraf, auf ihrem Kopfkissen ein Zettel – ihn bitte um sieben zu wecken –, dachte Caroline: Er hat bestimmt eine andere.“

eingeschätzt
Im Original heißt dieser außerordentliche Roman über die Ehe Rough Strife … unbedingt lesen!

verwandt
Mann und Frau von Zeruya Shalev

www.keinundaber.ch

Advertisements

SHORTCUTS V

Die Argonauten von Maggie Nelson
Ein sehr lesenswertes Buch über queere Liebe – im Stil von Susan Sontag und Joan Didion.
www.hanser-literaturverlage.de

Die Hauptstadt von Robert Menasse
Ein Roman, der den Deutschen Buchpreis verdient hat: witzig, intelligent, relevant.
www.suhrkamp.de

Die Kieferninseln von Marion Poschmann
Und wieder ein Intellektueller auf der Suche nach einem Ausweg … Die Sonnenposition ist um einiges lesenswerter.
www.suhrkamp.de

Der Spion, der aus der Kälte kam von John le Carré
Der Klassiker: Wie weit können wir in der berechtigten Verteidigung unserer westlichen Werte gehen, ohne dabei diese Werte preiszugeben?
www.ullstein-buchverlage.de

Lügnerin von Ayelet Gundar-Goshen
Als Jugendbuch betrachtet sicher sehr gut, ansonsten besser Eine Nacht, Markowitz lesen!
www.keinundaber.ch

 

Der leuchtend blaue Faden

von Ann Tyler

gelesen
„Was man am Neujahrstag macht, so heißt es, das macht man das ganze Jahr, und tatsächlich gab Abbys Verschwinden das Thema für 2012 vor. Sie begann, sich irgendwie zu entfernen, selbst wenn sie anwesend war. Bei vielen Gesprächen, die um sie herum stattfanden, schien sie teilweise zu fehlen. Amanda sagte, sie verhalte sich wie eine Frau, die sich verliebt hat. Aber ganz abgesehen von der Tatsache, dass Abby immer und ewig nur Red geliebt hatte – zumindest soweit sie wussten –, vermittelte sie nicht den Eindruck, als ob sie trunken vor Glück wäre, wie man das von Frischverliebten kennt. Sie schien vielmehr unglücklich zu sein, was überhaupt nicht zu ihr passte. Sie trug eine gereizte Miene zur Schau, und ihr Haar – inzwischen grau und auf Kinnhöhe gekürzt, so dicht und buschig wie die Perücke einer alten Porzellanpuppe – wirkte glanzlos und strapaziert, als hätte sie gerade etwas Schlimmes hinter sich.”

eingeschätzt
Über die kleinen und großen Geheimnisse in der Familie und das Geheimnis einer langen Ehe – herrlich!

verwandt
Die Korrekturen und Freiheit von Jonathan Franzen

www.keinundaber.ch