Haus ohne Halt

von Marilynne Robinson

gelesen

„Meine Großmutter scheint nicht erwogen zu haben, von hier wegzugehen. Sie hatte ihr ganzes Leben in Fingerbone gewohnt. Und obwohl sie nie davon sprach – und ohne Zweifel selten daran dachte –, war sie eine fromme Frau. Das heißt, sie verstand das Leben als einen Weg, auf dem man sich fortbewegte, einen verhältnimäßg leichten Weg durch ein weites Land, und das Ziel war von Anfang da, in einer vorbestimmten Entfernung, es stand im gewohnten Licht vor einem wie ein einfaches Haus, in das man eintrat und in dem man von ehrenwerten Menschen begrüßt und in ein Zimmer geführt wurde, in dem alles, was man je verloren oder verlegt hatte, beisammen war und auf einen wartete. Sie ging von der Vorstellung aus, dass sie und mein Großvater sich eines Tages wiederbegegnen und ihr Leben weiterführen würden, ohne die Sorgen ums Geld, in einem milderen Klima. Sie hoffte, bis dahin würde er von irgendwoher ein wenig mehr Beständigkeit und Vernunft angenommen haben.“

eingeschätzt

Ein großartiger Roman voll Melancholie, Sprachgewalt, abwesender Männer und starker Frauen.

www.editionfuenf.de

Werbeanzeigen

3 Comments

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s