Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft

von Volker Weidermann

gelesen
„Wieder einmal sitzen alle im Fleure, die Gesellschaft der Stürzenden, die in diesem Sommer noch einmal versucht, sich als eine Art Urlaubsgesellschaft zu fühlen. Noch einmal versucht, Sorglosigkeit zu simulieren. Was ist es letztlich anderes als eine große, lange Urlaubsreise, auf der sie sich seit Jahren befinden? Fern der Heimat, mit Freunden unterwegs, in Paris, Nizza, Sanary-sur-Mer, Amsterdam, Marseille, Ostende. Und irgendwann eben wieder zurück. Nur wann? Die Frage wird, je drängender sie ist, umso weniger gestellt. Mit jedem weiteren Tag, den dieser Urlaub andauert, wird eine Rückkehr unwahrscheinlicher. Alle wissen es. Aber man spricht nicht darüber. Es herrscht die Pflicht zum Optimismus. Den Strick hat man im Koffer, darüber wird nicht geredet.“

verstanden
Heimat verlieren, Heimat suchen und irgendwann vielleicht damit leben, dass man keine mehr finden wird

eingeschätzt
ein kleines Glanzstück

 

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5 Kommentare zu „Ostende. 1936, Sommer der Freundschaft“

  1. Ein treffendes Zitat fand ich „Es gibt doch nur einen letzten, höchsten Zusammenhang, nur die Sprache ist Heimat in höchstem Sinne.“ (S. 18)

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