Löwen wecken

von Ayelet Gundar-Goshen

gelesen
„Und er dachte sich gerade, dies sei der schönste Mond, den er je gesehen habe, als er diesen Mann umfuhr. Und als er ihn umfuhr, dachte er im ersten Moment immer noch an den Mond, dachte weiter an den Mond und hörte dann mit einem Schlag auf, als hätte man eine Kerze ausgeblasen. (…)
Er sah wieder auf den Eritreer. Blut strömte ihm aus dem Kopf und befleckte seinen Hemdkragen. Wenn er Glück hatte, würde der Richter es bei ein paar Monaten belassen. Aber er würde nicht mehr operieren dürfen. Das war sicher. Kein Mensch stellte einen Chirurgen an, der wegen eines Tötungsdelikts verurteilt war. Und dann die Medien und Jahali und Itamar und Liat und seine Mutter und die Leute, denen er zufällig auf der Straße begegnete. Und der Eritreer blutete weiter, als täte er es mit Absicht.
Und plötzlich wusste er, er musste weg. Jetzt. Diesen Mann konnte er nicht mehr retten. Da sollte er wenigstens versuchen, sich selbst zu retten.“

verstanden
Fremde sind wir uns selbst – einmal mehr bewahrheitet sich der Titel von Julia Kristeva

eingeschätzt
unverzichtbar für die Flüchtlingsdebatte; sehr starker Text, der auch als TV-Serie adaptiert wird – sehr viele Effekte am Ende, die Szenen von Breaking Bad herauf beschwören – der starke Inhalt hätte es aber nicht gebraucht

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