Eine Nacht, Markowitz

von Ayelet Gundar-Goshen

gelesen
„‚Wir haben sie aus Lod verjagt, aus Jaffa vertrieben. Jetzt wird das Land vierzig Jahre Ruhe haben!‘ Der Irgun-Vizechef hörte schlagartig auf zu nicken. ‚Nein‘, sagte er. ‚Es wird keine Ruhe haben.‘ Denn obwohl er höchst routiniert im Nicken war und sich, wenn nötig, auch mit erfundenen Heldentaten abfand, konnte er so einen Selbstbetrug nicht mit Schweigen übergehen. Schließlich hatte er persönlich die Augen der Araber von Lod gesehen, als sie ihre wenigen Habseligkeiten zusammenpackten und sich auf den großen Treck begaben. Er hatte die glühende Sonne gesehen. Eine Frau, die ein totes Kind zu stillen versuchte. Und als er der Frau und all den anderen Arabern in die Augen sah, war es, als blickten ihm seine eigenen Augen aus dem Spiegel entgegen. Denn er kannte diesen Blick. Kannte den Blick eines Menschen, der das, was er über alles liebte, an einen anderen Menschen verloren hatte.“

verstanden
In einer wunderbaren Sprache wird hier die Sinnlosigkeit der großen und kleinen Kriege, der privaten und politischen Kriege beschrieben – und am Ende ist wieder jeder Krieg verloren und gewonnen.

eingeschätzt
Ein sagenhaftes Buch!

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2 Gedanken zu „Eine Nacht, Markowitz

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