Warum die Sache schiefgeht

von Karen Duve

gelesen
„Man muss keine antisoziale Persönlichkeitsstörung haben, um Manager (oder Politiker) zu werden, aber es hat gewisse Vorteile. Für Top-Positionen kommen nämlich nur Bewerber in Frage, die einen 16-stündigen Arbeitstag in Kauf nehmen. (…) Die Trennung vom sozialen Umfeld sichert die Kontrolle über die Wertvorstellungen und das Selbstbild der Sektenmitglieder bzw. Politiker bzw. Führungseliten. (…) Wer erst einmal zum Inner Circle gehört, dem erscheinen die Meinungen und Einwände Uneingeweihter unendlich nebensächlich. Von solchen Führungskräften muss man nicht befürchten, dass sie bei ökologisch heiklen, aber ökonomisch vielversprechenden Projekten Solidarität mit den von ihrem Projekt betroffenen Menschen empfinden. Warum sollte jemand, der sich der Macht und des Geldes wegen von der Gesellschaft getrennt hat und in völlig anderen Sphären über ihr schwebt, sich großartig für das Wohl dieser Gesellschaft interessieren oder sich ihren Werten und Gesetzen verpflichtet fühlen?“

verstanden
Es gibt nicht wirklich viel Neues zu verstehen in diesem Essay – die Herren Mehdorn, Edathy, Middelhoff, Hoeneß und wie sie alle heißen, lassen es einen leider jeden Tag wissen.

eingeschätzt
Die Argumentation ist nicht immer stringent und oft schwarz/weiß, dafür aber angemessen wütend. Wem die Weihnachtsstimmung überhand nimmt, der ist hier gut aufgehoben.

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