Rico, Oskar und die Tieferschatten

von Andreas Steinhöfel

gelesen
„Traurige Sachen ziehen alle Kraft aus einem raus und machen einem wackelige Beine. Bis zum Mittag hatte ich meine Erlebnisse ins Tagebuch getippt. Jetzt saß ich im Nachdenksessel, glotzte zum Fenster raus und dachte an Felix, den Geschichtenerzähler ohne richtigen Zuhörer, an den stummen Sven mit seinen Marienkäferbadewannenaugen und an Sophia, die von so viel grauem Gefühl umgeben war. Ich dachte an Oskar, der jetzt irgendwo gefangen war und, so schlau er auch sein mochte, ganz bestimmt große Ängste hatte. Dann fiel ich mir selber ein, wie ich wegen meiner Tiefbegabtheit hier herumsaß und nicht weiterwusste. (…)

Depression: Das graue Gefühl. Mama hat es mal so genannt, als wir uns über Frau Dahling unterhielten. Eine Depression ist, wenn all deine Gefühle im Rollstuhl sitzen. Sie haben keine Arme mehr und es ist leider auch gerade niemand zum Schieben da. Womöglich sind auch noch die Reifen platt. Macht sehr müde.“

verstanden
Wer diese Definitionen schafft, wer Wörter erfindet wie Fundnudel und Tieferschatten, wer Miss Marple mit Emil kreuzt und tiefbegabt auf hochbegabt treffen lässt, versteht das Leben mit all seinen Zumutungen und zeigt eine kleine Welt ganz groß(artig).

eingeschätzt
Andreas Steinhöfel verdient zwar den Deutschen Jugendliteraturpreis, aber vor allen Dingen verdient er es, von allen gelesen zu werden!

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